Für einen Hund aus dem Tierschutz gibt es viele gute Gründe. Vor allem aber sollte klar sein, dass jeder Hund ein individuelles Wesen mit Charakter ist und eine Chance verdient.

Tierschutz oder ZüchterIst die Entscheidung einmal gefallen, einen Hund in die Familie zu integrieren oder für sich einen vierbeinigen Begleiter zu suchen, stellen sich viele weitere Fragen.

Eine davon, und das ist eine Frage, die viele Gemüter erhitzt, ist die, ob es ein Hund aus dem Tierschutz sein soll oder einer vom Züchter. Liest man zu diesem Thema etwa in Internetforen, hat es den Anschein, als handele es sich für manchen um einen regelrechten Glaubenskrieg. Auch wenn es nicht für jeden die eine richtige Antwort auf diese Frage geben kann, lohnt es sich doch, sich einmal mit den jeweiligen Argumenten zu befassen.


 

Die Angst vor einem traumatisierten Tier

Tierschutz oder ZüchterMenschen, die für einen Hund vom Züchter plädieren, argumentieren häufig, dass Hunde aus dem Tierheim oder auch aus dem Tierschutz in süd- oder osteuropäischen Ländern eine schlimme Geschichte haben müssen und entsprechend traumatisiert sein könnten. Man kaufe – wenn der Vergleich hier nicht so hinken würde – die sprichwörtliche "Katze im Sack", wisse nicht, welche Verhaltensstörungen der Hund habe und ob er vielleicht sogar gefährlich werden könne aufgrund früherer schlechter Erfahrungen mit Menschen. Ist der Hund schon etwas älter, so wird befürchtet, dass er zudem nicht mehr erziehbar sei.

Beim Züchter hingegen habe man die Gewissheit, dass die Hunde aus einem liebevollen Umfeld stammen und artgerecht gehalten werden. Zudem sei es hier leichter, einen Welpen zu bekommen, der von Anfang an in die Familie integriert und nach den eigenen Vorstellungen erzogen werden könne. Oftmals wird argumentiert, ein Tier vom Züchter sei unbelastet, bei einem Hund aus dem Tierheim hingegen wisse man ja nicht alles über dessen Vorgeschichte. "Diese Argumentation greift viel zu kurz, denn jeder Hund ist ein einzigartiges Individuum", sagt Simone Schröder, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft zum Schutz des Hundes. "Vorurteile gegenüber Tierschutz- und Tierheimhunden sind vielfältig und bestätigen sich in den wenigsten Fällen, außerdem sind auch im Tierschutz Welpen und junge Hunde zu adoptieren."

Jeder Hund verdient eine Chance

Hunde sind ebenso individuell wie Menschen, und nicht jedes Tier im Tierheim hat Schreckliches erlebt. Manche landen dort, weil ihr Herrchen oder Frauchen krank geworden oder gestorben ist. Vielleicht auch, weil in der neuen Wohnung die Haltung von Hunden nicht erlaubt ist. Auch ist es keineswegs so, dass jeder Hund, der etwas Schlimmes erlebt hat, aggressiv wird oder bleibt. Die Tierheime sind meist voll, zu voll, und jedes Tier dort hat es verdient, einen schönen Platz zu finden. Ein großer Vorteil ist, dass die Kontaktanbahnung in Ruhe verlaufen kann. Der Hund kann wiederholt besucht werden, und die Mitarbeiter im Tierheim werden wertvolle Hinweise über sein Wesen geben können.

Mit einem Hund aus dem Tierschutz zwei Leben retten

Tierschutz oder ZüchterDie Situation vieler Hunde in süd- oder osteuropäischen Ländern ist sehr traurig. Gerade wenn sie zusammengepfercht in einer der vielen Tötungsstationen landen, bleibt ihnen oft nur eine kurze Zeit, in der sie noch auf Rettung hoffen dürfen. So viele Hunde wie möglich, die vor Ort keine Chance haben zu überleben, werden von Tierschützern nach Deutschland gebracht, darunter auch Welpen und junge Hunde. Auch jedes dieser Tiere ist ein Individuum mit je eigenen Erfahrungen und Charakterzügen. Wer sich Zeit nimmt und dem Hund Liebe gibt, wird oft den dankbarsten Gefährten bekommen. Wer einen Hund aus dem Tierschutz bei sich aufnimmt, rettet zugleich ein weiteres Leben – das des Hundes, der auf den frei gewordenen Platz nachrücken kann und somit ebenfalls eine reelle Chance auf ein schönes Hundeleben bekommt.

Robuste Mischlinge versus Qualzüchtungen

Tierschutz oder Züchter"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos", lautet ein Zitat Loriots. Allerdings steht dahinter eine weitere ernste Thematik: Hunde, die auf spezielle äußere Merkmale hin gezüchtet werden, damit sie dem Menschen als Statussymbol dienen mögen oder weil eine bestimmte Rasse gerade "in Mode" ist. Heraus kommen Tiere mit so flachen Nasen, dass sie kaum noch atmen können oder Tiere mit aus "Schönheitsgründen" kupierten Ohren und Ruten. "Das hat mit Tierliebe nichts zu tun", meint Simone Schröder. Bei Rassehunden treten zudem häufiger Erbkrankheiten auf, erläutert die Expertin. Manche Rassen seien so überzüchtet, dass bestimmte Krankheiten bei einem großen Teil der Tiere auftreten und diese mitunter nur wenige Jahre alt würden. Atemnot und Herzfehler durch zu flache Nasen später operativ zu korrigieren, könne auch nicht im Interesse eines Tierfreundes sein.

Bei Züchtern, die gesundheitliche Probleme und eine kurze Lebensdauer ihrer Tiere hinnehmen, steht die Tierliebe gewiss nicht oben auf der Agenda. Nicht alle Züchter sind zudem ausreichend qualifiziert. Winkt ein lukratives Geschäft mit "modischen" Rassen, bleibt das Wohl der Hunde viel zu oft auf der Strecke. Ein bestimmtes Aussehen, die Niedlichkeit eines Welpen oder ein Mops um des Mops Willen, sollten niemals leitendes Motiv sein bei der Suche nach einem Hund. Wichtig ist, dass das Tier zum Menschen und dessen Lebensumständen passt – ein liebevolles Zuhause verdient jeder Hund.

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