Ein Degu lebt niemals allein. Denn die possierlichen Nager aus Südamerika sind ausgesprochene Rudeltiere und fühlen sich nur in einer Gruppe mit Artgenossen wohl.

Mit Degus im Haus ist jede Menge Action angesagt. Die agilen Tiere haben sprichwörtlich Hummeln im Hintern – sie klettern, balancieren, buddeln und hüpfen herum. So spannend es ist, ihnen dabei zuzusehen, so wenig sind sie andererseits als Schmusetiere geeignet und daher nur bedingt etwas für Kinder. Was sind eigentlich Degus und welche Besonderheiten haben sie im Vergleich zu anderen Nagern? Ein Porträt.

Degu-Fakten und Aussehen

Degus sind Nagetiere und gehören zur Familie der Trugratten. Wissenschaftlich heißen sie Octodon, und sie sind mit Meerschweinchen und Chinchillas verwandt. Dennoch kommen diese als WG-Genossen nicht infrage. Degus müssen immer zusammen mit anderen Degus gehalten werden.

Die Nager mit den vergleichsweise großen Ohren stammen aus Chile und bewohnen dort offene und trockene Steppen. Ohne einen Familienverbund könnten sie nicht überleben. Die meisten Degus sind graubraun, auch „Agouti“ genannt. Ihre Hinterbeine sind nach Art der Kängurus deutlich länger als die Vorderbeine und sehr kräftig. Damit machen sie weite Sprünge.

Etwa 15 bis 20 Zentimeter beträgt die Körperlänge eines Degus. Hinzu kommt ein ca. zwölf Zentimeter langer behaarter Schwanz, der in einem Puschel endet. Männliche und weibliche Degus sind äußerlich nur schwer voneinander zu unterscheiden. Sie werden ungefähr fünf Jahre alt.

Degus als Haustiere

Wer sich für die Nager aus Südamerika als Hausgenossen entscheidet, nimmt am besten sofort mehrere Tiere. Mindestens zwei, am besten aber mehr gleichgeschlechtliche Degus bilden die ideale Gemeinschaft. Geschwister sind bereits aneinander gewöhnt und deshalb eine gute Wahl. Pärchen pflanzen sich rasend schnell fort und sind deshalb weniger ratsam. Werden erwachsene Tiere miteinander vergesellschaftet, kann es insbesondere unter Böcken zu Streitereien um die Rangordnung kommen.

Degus brauchen eine Gruppe, denn sie spielen und tollen gern zusammen und widmen sich gegenseitig der Fellpflege. Allein fühlen sie sich unsicher und unwohl. Bieten Sie Ihren Degus eine geräumige und abwechslungsreich eingerichtete Behausung, in der es viele Möglichkeiten zum Klettern, Spielen und Buddeln gibt. Für ihre Körperpflege brauchen die Nager ein Sandbad mit Chinchillasand. Dort vergnügen sie sich ebenfalls gern in der Gruppe.

Etwas zum Nagen sollte auch immer vorhanden sein, da Degu-Zähne stetig weiterwachsen und unbedingt entsprechend abgenutzt werden müssen. Grundnahrungsmittel der Degus ist Heu mit frischen oder getrockneten Kräutern. Auch ungespritzter Salat und frische Gemüsestückchen eignen sich. Insgesamt sollten Degus jedoch nicht zu viel fressen, da sie davon schnell krank werden können. Das gilt insbesondere für zuckerhaltige Speisen wie Obst, da sie zu Diabetes neigen. Auch eine Nuss sollte nur in Ausnahmefällen und unter Reduzierung des restlichen Futters gegeben werden.

Degus und kleine Kinder sind kein Dreamteam, da die Nager sich nicht gern streicheln lassen. Größere Kinder können aber sicher Freude daran haben, die quirligen Chilenen zu beobachten.