Es gibt kaum etwas Schöneres als ausgedehnte Streifzüge gemeinsam mit dem Hund durch die Natur. Wenn, ja wenn, da diese kleinen Biester nicht wären: die Zecken.

Das Wort „Streifzüge“ deutet schon an, wie der Hund sich die Plagegeister, die leider nicht nur lästig sind, sondern auch gefährliche Krankheiten übertragen können, häufig einfängt: Beim Streifen durch das Unterholz oder durch hohes, feuchtes Gras gehen die Zecken blitzschnell auf den Hund über und suchen sich eine Stelle, an der sie sich festsaugen können. Vorzugsweise gut durchblutete und dünne Hautstellen am Hals oder in den Achseln. Sie können die Gefahr jedoch zumindest eindämmen.

Übertragung gefährlicher Krankheitserreger

Zecken beim HundZecken benötigen Blut, um überleben und sich vermehren zu können. Dazu suchen sie sich einen „Wirt“, den sie anzapfen. Dabei betäuben sie – je nach Sichtweise freundlicher- oder gemeinerweise – die Stichstelle, so dass der Wirt zunächst vom Überfall nichts bemerkt. Werden sie nicht gestört, saugen sie tagelang, bis sich ihr Umfang um ein Vielfaches vergrößert hat und fallen dann gesättigt ab.

Nicht alle Zecken tragen Krankheitserreger in sich, aber leider viele. Und diese können sich mit dem Speichel der Zecke auf den Wirt übertragen. Es drohen ernste, teils lebensbedrohliche Krankheiten wie Babesiose, Borreliose, Ehrlichiose und – bei Hunden selten – die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Mehrere Zeckenarten können unseren Vierbeinern gefährlich werden; in Deutschland gehören dazu der Gemeine Holzbock, die Braune Hundezecke und die Auwaldzecke.

Vorbeugen gegen Zecken-Attacken

Zecken beim HundZwar kann sich ein Hund nicht, wie der Mensch, mit geschlossener Kleidung gegen Zecken schützen, es sind aber verschiedene Präparate erhältlich, die einem Befall mit den Blutsaugern vorbeugen. „Spot-on“-Präparate werden im Nacken des Hundes auf die Haut geträufelt. Der Wirkstoff verteilt sich über den ganzen Körper und wirkt auf Zecken zum einen abschreckend (Repellenteffekt), zum anderen werden sie abgetötet. In gewissen Abständen muss die Behandlung wiederholt werden, da die Wirkung mit der Zeit nachlässt.

Weitere Möglichkeiten sind Anti-Zecken-Sprays, die auf ähnliche Weise wirken, und spezielle Halsbänder, die einen Zecken abtötenden Wirkstoff enthalten. Diese Halsbänder wirken einige Monate lang, allerdings lösen sich die Wirkstoffe in Wasser und einige sind zudem für Fische giftig. Nehmen Sie also das Halsband ab, bevor Ihr Hund ins Wasser geht. Gelegentlichen Regen halten die Halsbänder aus.

Impfungen bieten nur sehr bedingt Schutz. Es gibt Impfstoffe gegen Borreliose, die allerdings nur gegen einige Borrelienarten schützen. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, welche Lösung für Ihren Hund geeignet ist.

Zecken schnell und sicher entfernen

Zecken beim HundDa sich die unterschiedlichen Krankheitserreger nicht alle gleich schnell auf den Wirt übertragen, kann mit einem schnellen Entfernen der Zecke oft das Schlimmste verhindert werden. Suchen Sie Ihren Hund am besten nach jedem Spaziergang nach Zecken ab. Sitzt die Zecke bereits fest in der Haut, sollte sie schnellstmöglich und vorsichtig entfernt werden. Das geht am besten mit einer speziellen Zeckenzange oder einem Zeckenhaken. Die Zecke wird dabei möglichst dicht an der Haut erfasst und vorsichtig gerade herausgezogen, möglichst ohne sie zu quetschen.

Die Hochsaison der Zecken

Aufgrund der häufig milden Winter müssen wir leider ganzjährig mit den lästigen Blutsaugern rechnen. Ihre Hochsaison reicht – je nach Wetterlage – etwa von März bis Ende Oktober. Besonders aktiv sind sie, wenn es warm und feucht ist. Seien Sie an Sommertagen, nachdem es geregnet hat, besonders aufmerksam. Und genießen Sie ausgedehnte Spaziergänge mit Ihrem Hund trotz der kleinen Plagegeister.